Honigspende

Sill/Taschewa

Sill/Taschewa

Die beiden Jungimkerinnen Daniela Sill und Monika Taschewa (von li) flankieren stellvertretend für den Bienenzuchtverein Öhringen eine Pyramide aus Honiggläsern. Der Vorstand des Imkervereins hatte kürzlich die Mitglieder zu einer Honigspende aufgerufen. Auch in Öhringen gibt es Menschen, die sich den gerade in der dunklen Jahreszeit begehrten Echten Deutschen Honig nicht leisten können. So wird Andreas Grathwohl, 1. Vorsitzender der Imker die Gläser der Honigspende demnächst dem Tafelladen in Öhringen überreichen können.

Karin Laute

Öhringer Modell besucht Öhringer Imker

Der Schwäbische Albverein lädt im Rahmen des Öhringer Modells zu einer kleinen Wanderung vom Öhringer Marktplatzbrunnen (Treffpunkt um 15:00 Uhr) zu unserem Imkerpavillon ein. Die Strecke führt durch den Hofgarten und über das ehemalige Landesgartenschau-Gelände in die Cappelaue (ca. 7 km). Dort gibt es neben kleinen Erfrischungen einen Einblick in die Welt der Bienen und die Bemühungen des Imkervereins, das Gebäude für die nächsten Jahre weiterhin als Imkerpavillon nutzen zu können.

Herr Brömmel und die Bienen

Viel Wissenswertes und eine Menge Unterhaltung beim Jahresausflug zur Imkerei Werner Seip

Gut verpflegt reist es sich leichter!

Gut verpflegt reist es sich leichter!

Mit dem Bus geht die Fahrt durch Feld, Wald und Wiesen, durch herrliche Natur.

Von 7 bis 20 Uhr sind wir an jenem sonnigen Samstag, dem 17. Juni 2017, unterwegs. Auf halbem Weg machen wir Vesperpause. Fleißige Helfer bauen im Nu ein Frühstücks-buffet mit allem, was das Herz begehrt, auf. Nicht einmal der Sekt und die Würstchen fehlen! Erste Gespräche stärken die Kontakte unter den Vereinsmitgliedern.

Die Berufsimkerei Seip finden wir zwischen Frankfurt/M. und Gießen in Butzbach/ Ebersgöns, inmitten einer abwechslungs-reichen Landschaft, umsäumt von bewaldeten Hügeln, umrandet von blühenden Holunderbüschen und durchschlängelt von kleinen Bächen. Das ist Bienenland. Werner Seip gibt Königinnen an die Imker der Umgebung ab – kostenlos! Damit seine Bemühungen um die Königinnenzucht nicht verwässert werden.

Noch bevor wir zur Einführung in seine Betriebsweise Platz nehmen, nimmt ein Gockel aufmerksam die Parade der Ankommenden ab. Eine so wichtige Persönlichkeit wie er wird als erster vorgestellt: Der dicke Hahn heißt „Herr Brömmel“. Er ist so breit wie hoch und hat einen verbundenen Hahnenfuß, der gerade mit Manukahonig behandelt wird. Als Küken wurde er überall hin mitgenommen und hat sich so an seine Menschenfamilie gewöhnt, dass er sich sogar zum Mittagsschlaf an den Hausherrn kuschelt.

Besonders zutraulich und von stattlicher Statur: Herr Brömmel!!

Besonders zutraulich und von stattlicher Statur: Herr Brömmel!!

Aus der Eier legenden Hühnerschar hat er ein einziges kleines feines Hühnchen zum Weibe erkoren. Sie muss immer bei ihm sein. Sieht er sie nicht, geht er auf die Suche nach ihr. „Sie ist gewissermaßen Frau Brömmel.“, meint Seip. Alle Tiere auf seinem weitläufigen Gelände sind so entspannt: die Hunde, Katzen, Enten, Lamas. Selbst die Bienen parken friedfertig in einer gewaltigen Wolke im Rücken der den Bienenstand beobachtenden Imker. Diese Dussel müssen aber auch immer direkt vor den Fluglöchern stehen!

Die traditionsreiche Imkerei Seip beschäftigt insgesamt 22 Personen. Die Hauptarbeit verrichten das Ehepaar und die Tochter Angela, die erst kürzlich Mutter wurde und vor zwei Jahren ihren Imkermeistertitel erwarb. 2016 hatte das Unternehmen 500 Völker. Es hört sich seltsam an: Seip will keinen Honig haben! Das ist verständlich, wenn er die Helfer nicht bekommt, die er braucht. Die Schwerpunkte seines Einkommens sind der Verkauf von Ablegern und die Königinnenzucht. Den Honig verkauft er nur an Imker zum Großhandelspreis, die zu wenig geerntet haben. „In meinem Arbeitsleben habe ich schon Tausende Königinnen verkauft, in die ganze Welt“, sagt Seip. In zwei Tagen wird er 320 Königinnen zur Post bringen. Vor dem Wirtschaftsembargo lieferte er sogar nach Russland an ein bienenwissenschaftliches Institut.

Während Seip uns von seinem Betrieb berichtet, kommt ein Anruf: Ein Neu-Imker will wissen, was er machen soll: Der Wassergehalt seines geschleuderten Honigs ist zu hoch. Seip rät ihm, den Honig wieder an die Bienen zu verfüttern, eventuell mit Wasser verdünnt. Die Bienen verstehen das Dehydratisieren immer noch am besten. Nach neuerlicher Ernte wird der Honig schön zäh sein.

Nein, Seip setzt nicht auf die künstliche Besamung. Er setzt auf Pflegevölker. Die prall gefüllten Pflegevölker erhalten ein bis zwei belarvte Zuchtrahmen, an denen zwischen 20 und 38 Königinnenzellen betreut werden. Die Zellen kommen zur weiteren Bewärmung in den Brutschrank, während das Pflegevolk den nächsten Zuchtrahmen erhält. Damit der Pflegetrieb erhalten bleibt, gibt Seip alle vier bis fünf Tage zwei bis drei Brutwaben hinzu. Das ist ein bewährtes Verfahren. „Never change a winning team.“ Womit Seip ausdrücklich betont, dass er seine Arbeitsweise anderen nicht empfiehlt. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Aber abschauen kann man sich dennoch viel bei ihm, z. B. wie man das Verbauen zwischen den Weiselzellen verhindert: täglich eine neue Mittelwand geben.

Der erste Bienenstand ist mit Ablegern bestückt. Wie bildet Seip einen Ableger? Er setzt drei Brutwaben ins Magazin, dazu zwei Futterwaben. In den Futterkranz drückt er eine Interessantes am Ablegerstand_schlupfreife Weiselzelle. Nach 10 bis 14 Tagen wird die neue Königin in Eilage gehen. Bis dahin öffnet man den Kasten nicht. Seip füttert die Ableger nur mit Apifonda. Falls keine Stifte zu finden sind, erfolgt die Weiselprobe. Kontrolle nach drei Tagen.Wenn der Ableger es auf zwei Brutwaben geschafft hat, wechselt er den Besitzer (für 80 €).

Nun kommt es bisweilen vor, dass die junge Königin nur Drohnenbrut legt. Man merkt das erst, wenn die Zellen gedeckelt sind. Dieser Ableger muss natürlich aufgelöst werden. Die Drohnenbrütigkeit darf man nicht mit der Brut der Afterweiseln verwechseln. Die Afterweiseln sind Arbeiterinnen, die ihre Eierstöcke aktiviert haben, eine absolute Notreaktion. Auch hier entsteht nur Drohnenbrut. Im letzteren Fall wird der Kasten 100m weit weggestellt und alle Waben abgefegt. Die Eier legenden Arbeiterinnen können nicht zurück fliegen.

Die Ableger stehen auf zwei Brettern, die einen deutlichen Abstand voneinander haben. Unterlegt sind die Bretter am Anfang und am Ende durch je 2 hochkant stehende Hohlblocksteine. Durch den Abstand ist eine gute Luftumwälzung garantiert. Im Winter ist der Abstand sogar noch größer. Ständig von Luft umspült überwintert der Ableger besser.

Will man einen Ableger mit einer begatteten Königin bilden, geht man so vor: zwei bis drei Brutwaben, vollkommen gedeckelt, mit Bienen besetzt, kommen in eine Zarge oder Ablegerkasten. In zwei Stunden tritt die Weiselunruhe ein. Dann wird die begattete Königin in ihrem Zusetzkäfig (mit Futterteigverschluss) zwischen die Waben gehängt. Erst nach 10 Tagen schaut man nach, ob die neue Königin stiftet.

Seip und seine Helfer arbeiten an den Völkern immer in Schutzkleidung. Zur Demonstration, wie gut sich seine Bienen händeln lassen, verzichtet er aber an diesem Samstag auf Schleier und Handschuhe. Völkerdurchsicht: Was passiert zuerst? Die Königin wird gesucht! Jahrelang haben wir Vereinsimker etwas anderes gelernt: Ob die Königin da ist, sehe ich auch an den Stiften. Anfänger, die die Königin sehen wollten, ernteten von den „alten Hasen“ einen spöttischen Spruch. Anders Werner Seip: Er nimmt den Deckel ab, entfernt vorsichtig die Folie, zieht eine Wabe aus der Mitte, sucht die Königin und hat sie schnell gefunden. Sie wird im „Iltis“ gekäfigt und auf die Rähmchenoberträger gestellt.

Der Iltis im Einsatz!

Der Iltis im Einsatz!

So ist der Kontakt zum Volk noch da. Den Iltis niemals auf die besonnte Blechhaube geben, sonst wird die Königin gegrillt. Hätte der Imker zuerst einmal Rauch ins Volk geblasen, wäre die Königin ins Versteck in untere Bereiche geflüchtet. Wie nimmt ein Bienenvolk den Rauch aus dem Smoker wahr? Bestimmt nicht als Beruhigung! Im Gegenteil, es gerät sofort in den Angstmodus. Rauch bedeutet für Bienen Lebensgefahr! Der Reflex „Waldbrand“ wird ausgelöst, d.h. die Bienen stürzen sich auf die Futtervorräte und pumpen sich voll, damit sie gut gerüstet dem zu erwartenden Feuer entkommen können. Rauch ist nur hin und wieder bei allzu heftigen Attacken der „alten Tanten“ angebracht. Es hilft aber auch die Abwehrsalbe “Apizin“, mit der man sich die Hände einreiben kann. Wir nehmen sie später aus dem reich bestückten Laden mit.

Ja, warum macht sich Seip die Mühe des Königinsuchens (bei 500 Völkern!)? Die Antwort leuchtet ein: Ist die Königin gesichert, kann er alles mit dem Volk machen. Sie kann nicht zu Schaden kommen. Nach erfolgter Durchsicht lässt er das wertvolle Tierchen wieder zwischen die Rähmchen hineinlaufen. Die Folie schlägt er an einer Ecke ein, so sind immer Bienen oben – als Abschreckung für Neugierige, die nicht unbedingt wohlwollende Absichten hegen.

Nach dem leckeren Mittagessen in der Waldgaststätte „Forsthaus Butzbach“, wo Herr Seip uns Gesellschaft leistet, besuchen wir die Vatervölker und vernehmen weitere erstaunliche Erkenntnisse, die uns einleuchten:

Welche Beuten bevorzugt Werner Seip? Eindeutig solche aus Kunststoff bzw. Styropor. Die sind leicht und isolieren gut. Wie oft schneidet er die Drohnenbrut aus?Antwort: Überhaupt nicht! Zur Begründung erklärt er uns, dass wir mit dem Drohnenschneiden die biologische Vielfalt kaputt machen. Das sei keine vernünftige Auswahl. Wir „töten die Zuchtbullen“ und vermehren die „Krüppel“. Wenn diese Methode der Milbenreduzierung so erfolgreich wie erwartet wäre, hätten wir nicht jedes Jahr um die 25% Völkerausfall. Er schlägt vor, die ersten Drohnen auszuschneiden und die weiteren am Leben zu lassen. Das könnte man als Kompromiss sehen.

Während Seip uns die Vatervölker vorführt, fällt an einer Wabe auf, dass die Brut wieder herausgefressen wurde. Das liegt am verfälschten Wachs, das durch die Umarbeitung auch in seinem Betrieb angekommen ist. Das Bienenvolk will immer nach oben wachsen. Eines Tages könnten die Waben in der ersten Zarge nicht mehr bebrütet sein. Um die Königin auch unten zu halten, hilft ein Drohnenrahmen.

Zu wenig hilft die Ameisensäure bei der Milbenbekämpfung, meint Seip. Damit sind wir beim spannendsten Thema. Kaum ein Berufsimker, kaum ein Bieneninstitut verwendet Ameisensäure, behauptet er. Wir kennen uns da nicht aus. Aber wie behandelt der Groß

Der Oxamat im Einsatz - unkompliziert und schnell!

Der Oxamat im Einsatz – unkompliziert und schnell!

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              Er verdampft „Kleesäure“, anders gesagt Oxalsäure. Mit Arbeitsschutz, z. B. Atemmaske, setzt er den „Oxamat“ oben auf das geöffnete Volk auf. Die Bienen bleiben ganz ruhig während der 2minütigen Begasung. Wenn Bienen schreien könnten, wäre es im August sehr laut. Die Ameisensäure als direkte Säureeinwirkung – bei nicht steuerbaren Temperaturen – muss ja auf ein Lebewesen gesundheitsschädliche Einwirkungen entfalten – vermutlich. Seip verdampft die Oxalsäure viermal im Abstand von vier Tagen, denn sie wirkt nicht in die Brut.Der Erfolg liegt bei > 94%. Auf „YouTube“ kann man die Handhabung des „Oxamats“ ansehen.

Kaum ein Thema bleibt uns verborgen. Auch die Frage, ob ein Schwarm zuerst in den Keller gestellt werden muss, kommt zur Sprache. Ein Naturschwarm kann sofort in seine neue Behausung eingeschlagen werden. Anders ist es bei einem Kunstschwarm, der ja mit Bienen aus verschiedenen Völkern gebildet wird. Sie müssen in der kühlen Ruhephase erst zueinander finden.

Beeindruckend sind die langen Reihen von Apidea-Kästchen, die auf Arbeitshöhe in langen Reihen im hinteren Garten aufgestellt sind. Dort beobachten wir, wie Angela die von uns bestellten Königinnen in die Zusetzkäfige verfrachtet. Sie macht den Käfig zuerst nass. Dann öffnet sie das Kästchen des Mini-Völkchens. OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Kunststoffrähmchen haben schon kleine Naturwaben. Enthalten sie bereits gedeckelte Brut, hat die Königin den ersten Test bestanden. Angela erfasst sie bewundernswürdig sanft und sicher und steckt sie in den feuchten Käfig. Ein paar Begleitbienen dazu. Sie krabbeln nicht sofort wieder raus. Die Feuchtigkeit hält sie kurz an Ort und Stelle. Die Öffnung wird mit Futterteig verschlossen.

Herzlichen Dank an die Fa. Seip für diesen außerordentlich informativen, beindruckenden Tag, der uns für lange Zeit reichlich Diskussionsstoff bieten wird!

Karin Laute

Tag der deutschen Imkerei mit Baustellenbesichtigung

Unser Imkerpavillon auf dem Landesgartenschaugelände in der Cappelaue öffnet zum Tag der deutschen Imkerei von 11:00-15:00 Uhr seine Türen und informiert alle Besucher über den Stand der Umbauarbeiten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dem Imker bei seiner Arbeit am Bienenvolk über die Schulter zu blicken und viel Wissenswertes über unsere Honigbienen zu erfahren

Jetzt geht's los - Wir bauen um!!!

Jetzt geht’s los – Wir bauen um!!!

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Monatstreff

Versicherungsschutz für Imker: Imker-Global-Versicherung, freiwillige Ergänzung, Berufsgenossenschaftliche Versicherung. Ein Vortrag von Herrn Andreas Trommer

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Monatsbetrachtungen: Schwärme verhindern – Schwärme einfangen

Umbau des Imkerpavillons: Es geht voran!

Es tut sich was an unserem neuen Standort

Pünktlich zum Frühjahr erwachen nicht nur unsere Bienenvölker zu neuem Leben, auch wir Imker haben den Winter genutzt, um uns zu regenerieren und nun mit neuer Kraft den Umbau des Imkerpavillons voranzutreiben. Dank der erfolgreichen Landesgartenschau sind wir nun in der Lage, unseren Imkerpavillon am bisherigen Standort in der Cappelaue behalten zu können und für unsere Vereins- bzw. Öffentlichkeitsarbeit nutzen zu können. april2017 187In den nächsten Wochen und Monaten sollen hier ein vorbildlicher Schleuder- und Hygieneraum, ein Lagerraum sowie Räumlichkeiten für unsere Schulungs- und Öffentlichkeitsarbeit entstehen. Die kommenden Generationen an Neuimkern haben damit optimale Möglichkeiten, den Umgang mit Bienen, Honig und die Verarbeitung von Bienenprodukten wie Propolis, Blütenpollen und Bienenwachs vor Ort kennenzulernen und auszuprobieren.

Bis zur offiziellen Eröffnung im kommenden Frühjahr – zeitgleich mit dem Start des neuen Imkerkurses – wird es aber noch einiges zu tun geben. Bisher wurde an zwei Samstagen das komplette Inventar abgebaut und eingelagert. Um das provisorische Fundament dauerhaft tragfähig zu gestalten, mussten an sämtlichen Ecken Punktfundamente gegossen werden. Der nächste Schritt wird nun die Versetzung und Stabilisierung einzelner Seitenwände sein, damit anschließend der bisherige Holzbodenaufbau einer tragfähigen Betonplatte weichen kann. Erst dann beginnt der eigentliche Innenausbau – übrigens mit Fensterblick auf die wunderschöne Cappelaue! Und nicht zu vergessen: die Außenanlagen! Nach der Landesgartenschau gilt es, die blühenden Landschaften wieder zum Leben zu erwecken.

Viele Hände, schnelles Ende!

Viele Hände, schnelles Ende!

Und auch unser Bienen-lehrpfad will gepflegt und die Streuobstwiese gemäht sein. An vielfältigen Möglichkeiten, sich zu engagieren, fehlt es also wahrlich nicht. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, darf sich gern freiwillig zum Mithelfen melden, es gibt wie immer beste Unterhaltung und Verpflegung!

Die Frühjahrsversammlung des Bienenzuchtvereins Hohenlohe–Öhringen in Pfedelbach war außerordentlich gut besucht

Der 1. Vorsitzende Andreas Grathwohl konnte gleich zu Beginn Ehrungen des Landesverbandes Württembergischer Imker an Herrn Christoph Soter und Frau Karin Laute überreichen. Christoph Soter erhielt die Ehrenurkunde in Gold für vorbildliche Leistungen um die Förderung der Bienenzucht, Frau Laute die Verdienstnadel in Silber.

Werner Wieland, Erich Wieland, Hermann Eckert, Karin Laute, Albert Klaus

Werner Wieland, Erich Wieland, Hermann Eckert, Karin Laute, Albert Klaus

Die Ehrenmitgliedschaft wurde Friedrich Kammleiter und Hermann Eckert für 60jährige Vereinszugehörigkeit zugesprochen. Schon 40 Jahre lang sind Albert Klaus, Erich Wieland und Werner Wieland Mitglieder des Vereins. Mit einer goldenen Nadel und einer Ehrenurkunde wurde ihre Zuverlässigkeit gewürdigt. Werner Sachs erhielt die Ehrung für 25 Jahre.

Nach Informationen über den Imkerpavillon hielt Herr Roland Frisch einen Vortrag über das Projekt „Pollenvereinigung Allgäu – Bodensee – Oberschwaben“. Einheimischen Pollen zu sammeln bedeutet für Bienen und Imker einen besonderen Einsatz, aber er lohnt sich. Heilpraktikerin Rosemarie Bort wies ergänzend auf die Wirkungen des Blütenpollens hin: Als reines Naturprodukt kann er das Immunsystem stärken, alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und weitere Biostoffe liefern. Schließlich gehört er zu den 10 wichtigsten und besten Lebensmitteln der Welt! Insbesondere die Männer sollten pro Tag 1 bis 2 EL Blütenpollen zu sich nehmen, um die Prostata vor Vergrößerung zu schützen.

Katrin Laute

Einladung zur Frühjahrsversammlung 2017

Liebe Imkerfreunde,

unsere diesjährige Frühjahrsversammlung findet am Donnerstag, 09.03.2017, um 19:00 Uhr im Bürgerstüble in Pfedelbach statt.

 Themen:

  1. Begrüßung
  2. Ehrungen
  3. Kassenbericht, Entlastung der Vorstandschaft
  4. Rückblick Landesgartenschau
  5. Imkerpavillon Cappelaue
  6. Vereinsausflug zur Fa. Seip (http://werner-seip.de/html/betriebsbesichtigungen.html)
  7. Vortrag Roland Frisch (Pollenvereinigung Allgäu-Bodensee-Oberschwabe e.V.) und Rosemarie Bort (http://www.rosemariebort.com/) zum Thema Blütenpollen
  8. Info zur Bestellung von Varroa-Behandlungsmitteln
  9. Allgemeines und Fragen

Wichtig!

Seit letztem Jahr wird zur Bestellung der Varroa-Behandlungsmittel die Registriernummer vom Veterinäramt verlangt. Wer diese noch nicht hat, bitte beim Veterinäramt beantragen und mitbringen. Beachtet bitte auch die Informationen zur maximalen Bestellmenge und zu der erstmals erhältlichen Sprühlösung Oxuvar:

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Über eine rege Teilnahme freut sich die gesamte Vorstandschaft!

 Mit freundlichen Grüßen

Andreas Grathwohl

Neujahrswünsche: Blick zurück nach vorn!

Der BV Hohenlohe-Öhringen wünscht allen seinen Mitgliedern und Freunden ein gutes Neues Jahr 2017, Gesundheit und Wohlbefinden, und natürlich viel Freude an und mit den Bienenvölkern!

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und ich möchte es nicht versäumen, mich bei allen Vereinsmitgliedern und Freunden für die vielen Begegnungen und das großartige Engagement zu bedanken. Wir haben mit dem Bau unseres Imkerpavillons und den zahlreichen Veranstaltungen während der Landesgartenschau Unglaubliches geleistet, worauf wir zurecht stolz sein können.

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Großes Abschlussfest mit über 200 Helfern aus 14 Imkervereinen!

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Interessierte müssen leider noch ein Jahr auf ihren ersten Kontakt mit ihren eigenen Bienen warten!

Zum Glück gibt es auch im neuen Jahr noch viel zu tun, sodass uns bestimmt nicht langweilig werden wird: die Fundamente des Pavillons müssen betoniert, die Bodenplatte neu aufgebaut und ein Schleuderraum eingerichtet werden. Das heißt, wir werden im kommenden Jahr erstmal eine Baustelle an Stelle unseres schönen Imkerpavillons haben. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, im Frühjahr 2017 keinen Imkerkurs anzubieten! Alle Interessierten sind aber herzlich eingeladen, zu unseren Monatsveranstaltungen im Bürgerstüble in Pfedelbach zu kommen oder sich auf unserer Frühjahrsversammlung am 9. März ein Bild von der Imkerei und unserem Vereinsleben zu machen.

Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2017 ist sicherlich unser Jahresausflug am 17. Juni zur Imkerei Seip nach Butzbach im Taunus. Dort besichtigen wir die imkerliche Betriebsweise und bekommen Einblicke in die Gewinnung von Blütenpollen, die Verarbeitung von Bienenwachs und in die Praxis der Königinnenzucht und Ablegerbildung. Für alle Nicht-Imker wird es laut Werner Seip ebenfalls sehr lohnenswert sein, da auch für sie Überraschendes geboten werden wird. Also unbedingt den Termin heute schon vormerken! Die Fahrt ist für alle Mitglieder, Freunde und Imker der Nachbarvereine eine tolle Gelegenheit sich besser kennenzulernen und in Erinnerungen an die Landesgartenschau zu schwelgen.

Wir freuen uns auf zahlreiche Begegnungen mit euch in 2017!

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Propolis – natürliches Antibiotikum und Immunmodulator aus dem Bienenstock

Susanne und Jörg Kraft, Heilpraktiker und Apitherapeuten aus Wolpertshausen, referierten im Rahmen der Gesundheitstage „Heilende Bienenprodukte“ vor zahlreichen bienenbegeisterten Zuhörern über die vielfältigen Wirkungen des altbewährten Heilmittels Propolis, auch Kittharz genannt.

Propolis- eine zähe klebrige Masse

Propolis- eine zähe klebrige Masse

Propolis wurde und wird von vielen Menschen wegen ihrer antibakteriellen, antiviralen und antimykotischen Wirkung sehr geschätzt. Dass die Bienen schon seit ca. 40 – 100 Mio. Jahren die Erde bevölkern, wissen wir durch Funde von Bernsteineinschlüssen. In dieser unvorstellbar langen Zeit konnten die Bienen durch ihre Bestäubungsleistung einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Blütenarten nehmen. In Felsmalereien wird die frühe Nutzung der Bienen durch den Menschen belegt. Tontafeln aus dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris bezeugen heilkundige Anwendungen, die auf 2000 J. vor Christus datiert sind.

Das Wesen der Bienen hat die Menschen von jeher fasziniert. So leben sie in vollständiger Symbiose mit der Umwelt, ohne Zerstörung anzurichten. In einer Umgebung, in der meist das Prinzip „fressen und gefressen werden“ gilt, tanzen die Bienen sprichwörtlich aus der Reihe. Sie regenerieren sich immer wieder aus sich selbst heraus. Als Dankesgabe für den Liebesakt der Bestäubung an Blüten und Blumen werden sie mit Nektar beschenkt. Bienen verbindet man mit Attributen wie Fleiß, Opferbereitschaft, Wehrhaftigkeit, Fruchtbarkeit, Licht, Wärme, Sonne und Harmonie. So ist es verständlich, dass sie bei Fruchtbarkeitsriten verehrt wurden, immer wieder auch in unterschiedlichen Bibelstellen Erwähnung fanden und ein Symbol für königliche Würde und Macht wurden.

Wir wissen, dass schon die Ägypter zur Mumifizierung ihrer Toten Propolis verwendet haben. Auch die „alten“ Gelehrten und Ärzte wie Aristoteles, Plinius der Ältere und Dioskurides beschrieben Propolis in ihren heilkundlichen Anwendungen. So lobte Dioskurides ihre Zugkraft bei Dornen und bei dem Einsatz in Dampfform bei altem Husten. Die Inkas heilten fiebrige Infektionen mit Propolis. Militärärzte der napoleonischen Kriege nutzten Propolis bei Wundinfektionen. Auch im ersten und zweiten Weltkrieg kamen Honig und Propolis mangels Medikamenten zum Einsatz.

Die Propolis sammeln spezialisierte Bienen von dem harzartigen Überzug der Baumknospen. Diese Schicht dient den Pflanzen als Schutz vor winterlichen Witterungseinflüssen (Sonne, Kälte, Regen). Außerdem schützt sie die zarten Knospen vor Mikroogranismen. Je nach Pflanzenart findet sich verschiedenartig gefärbte Propolis. In der Therapie stehen uns zur Verfügung: Die heimische, bräunliche Propolis, die grüne Propolis einer Asternart aus Brasilien oder die rote Propolis aus den Mangroven Brasiliens. Während eines Urlaubs in Südafrika konnten wir einen Imkerkollegen besuchen und stellten fest, dass die Propolis am Kap fast schwarz ist, mit einem sehr intensiven, aber angenehmen Geruch.

Der alte Begriff „schwarzes Wachs“ weist darauf hin, dass die Bienen zur leichteren Verarbeitung Wachsanteile hinzufügen.

Desinfizierender Fußabstreifer - Schwarzes Propolis der Kapbiene

Desinfizierender Fußabstreifer – Schwarzes Propolis der Kapbiene

Mit der Propolis verkitten die Bienen Ritzen im Bienenstock und lagern sie als Vorräte an den Rändern der Rähmchen ab. Damit schützen sie das Volk vor Zugluft, Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Mikroorganismen. Sie kleiden die Zellen mit einer hauchdünnen Schicht Propolis aus, bevor Pollen oder Honig eingelagert werden. Auch vor der Eiablage wird die „Kinderwiege“ oder der „Uterus“, wie sie von einigen Autoren beschrieben wird, mit Propolis desinfiziert.

Gewinnung von Rohpropolis durch Abkratzen

Gewinnung von Rohpropolis durch Abkratzen

Die Ernte von Propolis erfolgt meist durch Abkratzen bei der Arbeit am Bienenstock.

Hier wird das sogenannte Rohpropolis geerntet. Es können noch Bienenteile, Holzsplitter oder kleine Metallstücke der Drahtbespannung enthalten sein.

Rohpropolis eignet sich zur Herstellung von Propolislösung.

Wichtiger Hinweis: Propolis ist als Arzneimittel eingestuft, und die Herstellung fällt unter das Arzneimittelgesetz.

Propolis auf dem Propolisgitter

Propolis auf dem Propolisgitter

Eine sehr reine Propolis kann man mit Hilfe von Propolisgittern ernten.

Was wir allerdings nicht sehen können, ist die Verunreinigung bzw. die Belastung der Propolis mit Schwermetallen. Propolis hat die Fähigkeit, Schwermetalle zu binden.

Diese Eigenschaft nutzen wir in der Therapie gerne, um Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten. Hier löst sie die Schwermetalle, bindet sie, und der Körper scheidet sie aus. Allerdings kann diese Aufgabe nur von einer unbelasteten Propolis übernommen werden. Stehen die Bienenvölker in einer Umgebung, die mit Schwermetallen belastet ist, werden diese schon vor der Ernte der Propolis darin gebunden. Eine solche Propolis scheidet für den Einsatz bei Menschen aus.

Mittlerweile sind mehr als 200 Einzelsubstanzen im Propolis nachgewiesen. Je nachdem welche Baumharze die Bienen in der Natur vorfinden, schwanken die Anteile der Stoffe. Deshalb ist eine wissenschaftliche Standardisierung nicht möglich.

Man weiß aber, dass etwa:

50 – 55% Harze und Balsame

30 – 40% Wachs
5 – 10% ätherische Öle, Spurenelemente, organische Säuren, Flavonoide, Zucker, Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe sind.

Zwei dieser Inhaltsstoffe möchten wir näher vorstellen.

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe; sie sind als Radikalenfänger bekannt.

Diese freien Radikalen entstehen durch oxidativen Stress im Gewebe und können dort zu (chronischen) Entzündungen führen. Diese Entzündungen stehen wiederum im Verdacht, ganz wesentlich zu der Entstehung eines Krebsgeschehens beizutragen.

Die Einnahme / Verwendung von Propolis hilft, die freien Radikalen zu binden, somit die Entzündungsprozesse zu verhindern und dient in der Folge auch der Krebsprophylaxe. Im menschlichen Stoffwechsel liefern die Flavonoide notwendige Hilfsstoffe für viele Mechanismen der Infektabwehr und sorgen für den geordneten Ablauf der Zellteilung.

Auch die Ferulasäure unterbindet oxidative Prozesse und wirkt entzündungshemmend. Damit hat sie eine hemmende Wirkung auf das Wachstum bestimmter Krebszellen. Sie verstärkt das Wachstum von Lymphozyten (weiße Blutkörperchen), die eine wichtige Rolle im Abwehrsystem einnehmen. Sie unterstützt die Vitamine C und E, repariert Hautschäden durch UV-Strahlung und wirkt der Hautalterung entgegen. Ferulasäure ist hautstraffend und kann helfen, Altersflecken zu reduzieren.

Propolis wirkt antibakteriell. Wissenschaftlich belegt ist die hemmende Wirkung auf Staphylo,- und Streptokokken, E.Coli, u.a., indem sie die Zellwand der Bakterien und das Zytoplasma zerstört. Bisher sind keine Resistenzbildungen bekannt.

Propolis wirkt auch antiviral. Nachweislich schädigt sie Herpes-Viren, Papilloma-Viren und verschiedene virale Auslöser von Atemwegsinfekten. Sie entgiftet die Leber, stärkt Blutgefäße und Zellmembranen, sie erhöht die Fließeigenschaften des Blutes und verbessert so die Durchblutung. Sie beschleunigt die Wundheilung und trocknet nässende Wunden. Propolis wirkt außerdem gegen Pilzinfektionen. Gleich nach dem Auftragen setzt die schmerzstillende Wirkung ein. Sie hemmt Tumore in ihrem Wachstum, stimuliert das Abwehrsystem und hellt die Stimmung auf.

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufbereitungsarten von Propolis. Wir setzen es als Rohpropolis (gereinigt), als Tinktur, in Kapselform, in Salben, in Nasen- und Mundsprays, in speziell hergestellten Augentropfen, in Zäpfchen, in Zahnpasta und anderen kosmetischen Aufbereitungen, ein.

Es ist möglich, mittels Propolisverdampfer (Propolair) die Raumluft zu verbessern oder auch eine Dampfinhalation mit Propolis durchzuführen. Gerade in der Erkältungszeit eine einfache Anwendung: Hierzu wird Wasser auf knapp 40 Grad erwärmt. In etwa 1 Esslöffel Honig werden einige Tropfen Propolistinktur gemischt. Die Mischung gibt man in eine Schüssel mit dem warmen Wasser. Mit dem Handtuch über dem Kopf inhaliert der Patient den mit Propolis angereicherten Dampf. Trotz relativ niedriger Temperaturen wird der/die Anwender/in eine Dampfatmosphäre spüren.

Hier noch einige Anwendungsbeispiele:

Wir verwenden Propolis in der Wundheilung und zur Narbenpflege. Dabei ist zu beachten, dass Propolis eine austrocknende Wirkung hat. Verschmutzte oder Wunden, die in der Tiefe Keime haben, dürfen nicht mit Propolis behandelt werden. Propolis sorgt für einen schnellen Verschluss der Wunde, so dass bei den beschriebenen Wunden die Gefahr einer Infektion besteht.

Ein Stückchen Rohpropolis an den hinteren Backenzahn geklebt und dort über Nacht gelassen, hilft bei Halsschmerzen, aber auch bei Entzündungen im Mundraum.

Zur allgemeinen Stärkung und zur Infektprophylaxe hat sich eine Mischung aus Honig, Pollen und Propolis bewährt.

Weitere Behandlungsfelder sind der Verdauungstrakt, das Urogenitalsystem, das Gefäßsystem, die Haut, die Ohren und die Atemwege, um nur einige zu nennen.

Wenn Sie sich oder Ihre Familienangehörigen zu Hause selbst behandeln, nehmen Sie bitte folgenden Rat ernst: Wenn spätestens nach 3 Tagen keine Besserung eingetreten ist, gehen Sie zu einem Heilpraktiker oder zu einem Arzt!

Ganz allgemein kann man sagen, dass die Wirkung von Propolis sehr vielfältig ist. Von den meisten Menschen wird sie auch gut vertragen. Nur wenige Menschen neigen zu einer Kontaktallergie, die sich auf der Haut durch Schwellung, rote Pusteln und brennende Rötung zeigt. Wenn die Haut beim Verträglichkeitstest – einige Tropfen in die Armbeuge – ruhig bleibt, darf man die Propolis verwenden.

Wird eine Propolistinktur verschüttet, ist es sehr schwer, diese Flecken wieder zu entfernen. Einige Oberflächen (z. B. Edelstahl) sind unproblematisch, Verfärbungen der Haut verschwinden mit der Zeit, aber auf Kleidungsstücken sind Propolisflecken nicht herauszubekommen.

Beitrag und Bilder von Susanne und Jörg Kraft