Imkertag auf der Landesgartenschau Öhringen

Den Imkern über die Schulter schauen, Honig schmecken, Bienenstockluft schnuppern und Bienenwachs kneten, kreativ sein und Samenbomben herstellen:

Am Sonntag, 10.07.2016, ab 09:00 Uhr ist rund um den Imkerpavillon auf der Landesgartenschau so einiges geboten. Unter dem Motto „Ohne Bienen fehlt dir was!“ findet der Imkertag der Bezirksimkervereine Hohenlohe/Schwäbischer Wald (Wahlkreis I) nach Wackershofen nun auch in Öhringen statt.

Immer einen Besuch wert: unser Imkerpavillon auf der Landesgartenschau

Immer einen Besuch wert: unser Imkerpavillon auf der Landesgartenschau

An diesem besonderen Tag stehen bienenbegeisterte Mitglieder der Imkervereine aus der Region Hohenlohe/Schwäbischer Wald den Besuchern der Landesgartenschau Rede und Antwort, wenn es um Fragen zu Bienenbehausungen, Blüten, Honig, Wachs und anderen blütenbestäubenden Insekten geht. Und nebenbei gibt es im Imkerpavillon auch noch Honig aus der Region von heimischen Imkern zu erwerben.

Hier erfahren Sie, wo und wann Sie welche Aktionen, Vorträge und Aufführungen erleben können:

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Agrarkulturelle Grundlagen für eine vielfältige Landwirtschaft – unverzichtbar für die Bienengesundheit. Eine schöpfungsethische Perspektive

Vortrag Dr. Clemens Dirscherl am 02.06.2016 im Landkreispavillon

Dr. Dirscherl, Geschäftsführer des „Evangelischen Bauernwerks Württemberg e.V.“ in Hohebuch, war der erste Vortragsredner in der Themenreihe „Landwirtschaft und Bienen“, die der Bienenzuchtverein Hohenlohe-Öhringen für die Landesgartenschau in Öhringen vorgesehen hat. Insgesamt sind in der Reihe 3 Vorträge mit jeweils hochkarätigen Referenten geplant.

Dr. Discherl

Dr. Discherl

Beide Kirchen, die katholische wie die evangelische, sind sich einig: Es gibt nur einen Weg: die Schöpfung bewahren. Papst Franziskus schrieb das Buch „Laudato si“ – Dirscherl empfahl es gleich zu Beginn. „Laudato si“ bedeutet Lob Gottes über die Schöpfung. Die Ethik der Landnutzung entspringt der religiös-spirituellen Sehnsucht nach Klärung der menschlichen Stellung im Kosmos. Haben die Menschen den Auftrag, die von Gott geschaffene Welt zu hegen und zu pflegen und Vernichtung zu verhindern? Ja, denn destabilisierende Eingriffe des Menschen in Ökosysteme erwiesen sich bisher als furchtbare Taten, die sich an Tieren, Menschen, am Klima, am Wasser und am Boden rächten.

Heute stellt sich das Thema, so Dirscherl, als „Luxusthema“ dar. Warum Luxus?

 

Publikum beim Vortrag von Dr. Discherl

Publikum beim Vortrag von Dr. Discherl

Schauen wir in die Vergangenheit: Erst Ende des 19./Anfang des 20. Jh.s begann die Mechanisierung auch in der Landwirtschaft, Erleichterung für die schwere körperliche Arbeit zu schaffen. Bis dahin schuftete der Bauer fürs tägliche Überleben, für die Deckung der Grundbedürfnisse. Und erst nach dem 2.Weltkrieg konnte sich dieser oder jener Landwirt einen kleinen Traktor leisten. Mit der Zeit wurden die Maschinen auf den Feldern größer und größer und immer effektiver. Eine solche Investition musste sich lohnen. Sie musste in der Fläche und im Zeiteinsatz breit angelegt sein. Immer größer, immer schwerer, immer mehr spezialisiert wurden die Maschinen gebaut und eingesetzt. Wo diese Entwicklung hinführt, kann auf der „Agritechnika“ in Hannover besichtigt werden: GPS-gesteuerte Roboter bearbeiten den Acker. Bäume oder Sträucher sind hier im Weg. Klare Flächen werden gebraucht. Es geht um industriellen Fortschritt, nicht ums Bewahren.

Mit dem „Fortschritt“ kam die Beschleunigung in die Landwirtschaft. Mit „Glyphosat“ der Fa. Monsanto konnten alle unerwünschten Beikräuter flächendeckend und gleichzeitig vernichtet werden. Schnell und gleichzeitig ließ sich das Feld ab-ernten. Bienen fanden auf Feldern keine Nahrung mehr. Aus der „Agrarkultur“ wurde „Agrarbusiness“. Landwirte waren und sind in diese Entwicklung eingebunden. Sie können nicht ausbrechen. Nicht alle können auf „Bio“ ausweichen. In allen europäischen Sprachen gab es den Begriff des „agriculture“, abgeleitet von „colere“= pflegen, fürsorgen, hegen. Damit ist es vorbei.

10mg Glyphosat in einem Liter „Spritzbrühe“ beeinträchtigt das Orientierungsverhalten der Bienen, wie aus einer gemeinsamen Studie von Wissenschaftlern aus Argentinien und Deutschland hervorgeht. Selbst wenige, kurzzeitige Kontakte mit Glyphosat stören den Lernprozess für den direkten Heimflug. Jährlich werden mehrere Tausend Tonnen auf 39% der Ackerflächen ausgebracht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

Vorbei mit dem schönen Bild aus einem alten Kirchenlied (16.Jh.) „Die unverdrossne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise.“

In unserer Gesellschaft hat sich das ökonomische Denken gefestigt. Es geht immer um Rentabilität. Die Technik hat sich Dominanz verschafft. Nun müssen wir Imker uns fragen, ob auch wir uns schon in der Gedankenwelt von Rentabilität, von Wettbewerbsfähigkeit, von Rationalität häuslich eingerichtet haben. Oder müssen, wollen, können wir umdenken?

Die Landwirtschaft will wohl nicht umdenken. Wie könnte es sonst sein, dass ein sächsischer Landwirtschaftsminister Dr. Clemens Dirscherl als „Kirchenromantiker aus dem Puppenstubenbauernland BW“ bezeichnen darf. Ausgerechnet ein Mann aus einem neuen Bundesland, in dem Bauern enteignet und der Boden gigantisch großer, zusammengelegter Felder systematisch kaputt gespritzt wurde!

Wer setzt sich denn überhaupt gegen „Agrarwüsten“ ein? Das sind Umweltorganisationen wie der NABU oder „Greenpeace“. Aber diese haben keine Durchschlagskraft. Ihre Stimmen werden abgehakt unter „Ach, die haben ja immer was dagegen!“ Erstaunlich: Die Argumente der Imker jedoch werden gehört! Als ein Imker aus Bayern sagte, er müsse aufs Etikett schreiben, dass sein Honig genveränderte Pollen enthalte, und ihn deshalb keiner mehr kaufen würde, wurden die Politiker aufmerksam. Imker bringen wichtige Akzente in die Diskussion. Wir sollten unseren Stimmen an der richtigen Stelle Gehör verschaffen!

Beim Umdenken müssen wir uns grundsätzlich erst einmal klar werden, was wir unter „Natur“ verstehen. Junge Leute im Teenager-Alter wurden gefragt, was sie sich unter „Natur der Zukunft“ vorstellen. Ihre Antwort: Mais, Mais, Mais, dazwischen breite asphaltierte Straßen, auf denen die Inliner nur so dahin preschen. Was wollen denn die, die älter als 17 sind?

Natur ist uns Menschen wichtig. Natur macht uns aber auch Angst. Trotz Hochtechnologie ist vieles nicht zu steuern. Die weltweit relevante Frage, ob die Klimaveränderungen menschengemachte Ursachen haben oder nicht, wird nicht übereinstimmend beantwortet. Zurzeit hält man sich gern an der Naturromantik fest. Diese entspricht nicht der Wahrheit, denn es gibt Krankheiten, Tod, Zerstörungen. Natur ist nicht nur lieb. Auch den Bienen können wir kein Paradies auf Erden bieten. Bienen lassen sich auch nicht auf Knopfdruck steuern. Wir müssen das akzeptieren und respektieren. Leben bedeutet Umgang mit guten und mit schlechten Jahren, mit Abwechslung. Das ist Agrarkultur, sagt Dirscherl, anzuerkennen, dass sich nicht alles rechnungsmäßig steuern lässt. Ethisch gesehen wird erwartet, dass wir dieses respektieren und nach Möglichkeiten reagieren. Dass wir weise, fürsorglich und kreativ vorgehen, die Vielfalt und Vielgestaltigkeit anerkennen und unsere Weisheit in die Landwirtschaft einfließen lassen. Wollen wir wirklich die Entwicklung zum Einheitsgeschmack, die Uniformität der Sinneseindrücke? Wollen wir ein industrielles Leitbild, wie es in den USA bereits sichtbar ist?

Vielleicht gibt es noch Hoffnung. Aktuell kehrt das Studienfach „Agrarökologie“ an die landwirtschaftlichen Hochschulen zurück. Nicht nur Themen wie „Kosten senken“, „Rentabilität“, die die Ausbildung dominieren, sondern mehr Sensibilität im Umgang mit Ressourcen, mit der Biodiversität, mit dem Erhalt der Tier- und Pflanzenvielfalt.

In der Landwirtschaft der Zukunft spielt das enorme Wachstum der Weltbevölkerung eine große Rolle. Was es zu bedenken gibt: Wenn alle Menschen in der Zukunft so leben wollen wie wir, kommt der größte Flächenverbrauch und die intensivste Landnutzung weltweit auf uns zu. Denken wir an den Fleischhunger, an den wachsenden Wohnraumbedarf, an Flächen für Freizeitgestaltung usw. Das ist eine globale Herausforderung! Die nur zu meistern ist mit der Veränderung des Lebensstils. Wir müssen bereit sein für Genügsamkeit. Schaffen wir das? Eins ist jetzt schon sicher: Streuobstwiesen werden verschwinden.

Wo finden wir Bündnispartner in dem Bemühen, so viel Natur wie möglich zu retten? In der Tourismuswirtschaft, in der Wirtschaft ( Attraktivität des Wohnumfelds für hochbezahlte Mitarbeiter) oder in den Heimatvereinen! Der Verbraucher in Baden-Württemberg – man muss es so sagen – versagt als Rettungspartner. „Geiz ist geil“ ist für viele immer noch die oberste Maxime. Deutsche sind traditionell anders geprägt als beispielsweise die Franzosen. Dem Franzosen sind in erster Linie Geschmack und Frische wichtig. Der Deutsche greift zum Billigfleisch. Die Haltung der Schlachttiere soll aber trotzdem tiergerecht sein. Es gibt also viel zu denken und viel zu tun!

Zum Weiterlesen: Das zum Thema passende Buch von Dr. Clemens Dirscherl heißt „Landwirtschaft – ein Thema der Kirche“ (kostet ca. 20€)
Beitrag von Karin Laute

Was blüht, wenn nichts mehr blüht?

Was blüht, wenn nichts mehr blüht?“

Vortrag des Gärtnermeisters Bernhard Jaesch auf der Landesgartenschau Öhringen

Andreas Grathwohl mit Bernhard Jaesch

Andreas Grathwohl mit Bernhard Jaesch

Bernhard Jaesch ist nicht nur Gärtner, er ist auch als Imkermeister und Gartenbautechniker im Einsatz. Je 2 Stunden lang referierte Jaesch am Pfingstsonntag und –Montag über Pflanzliches, das Insekten und speziell die Honigbienen erfreut und zwar genau dann, wenn die üblichen Trachten wie Obst- /Rapsblüte und Linde vorbei sind. Gerade, wenn die langlebigen Winterbienen aufgezogen werden, fehlt es an Nektar und Pollen. Jaeschs Vorschläge können hier Abhilfe schaffen. 2 Stunden lang war es leicht, dem Gärtner zu lauschen. Er versteht es, die Aufmerksamkeit immer aufs Neue zu fesseln. Etwa 4 Stunden in Richtung Norden ist Jaesch zu Hause, in Springe-Bennigsen, südlich von Hannover. 2014 bekam er den „Apisticus-Preis“ in Münster (Westphalen), eine Auszeichnung, die man auch „Oskar der Imkerei“ nennen könnte.

Am Imkerpavillon auf der Landesgartenschau in Öhringen verkaufte er 3 Tage lang seine selbst gezogenen Pflanzen. Hier konnte man sich mit unzähligen Sorten eindecken und auf seine 30jährige Erfahrung vertrauen. Gehölze sind gut geeignet, Trachtlücken zu schließen. Bienenweide lässt sich damit am nachhaltigsten verbessern. Allerdings haben Bäume den größten Platzbedarf. „Aber über einen schönen Hausbaum, der duftet, lichten Schatten spendet und die Bienen erfreut, wie der Kork- oder Blasenbaum, sollte man nachdenken.“, schreibt Jaesch in seinem online-Katalog.

Blasenbaum in Blüte

Blasenbaum in Blüte

Der „Blasenbaum“ (Koelreuteria paniculata) ist wirklich ein fantastischer Baum. Die langen zitrongelben Blütenstände wedeln elegant in 8m Höhe. Wenn er üppig blüht, gibt es einen heißen Sommer. Er heißt auch „Blasenesche“ – und ähnlich wie bei der Esche sehen auch die Blätter aus.

Eingewandert ist der „Korkbaum“, der Ende Mai / Anfang Juni nach dem Bergahorn erblüht. Dann summt es unter seiner Krone, als wenn ein Bienenschwarm darin sitzt. Mit seinen 8 bis 12 m ist er unter „stattlicher Baum“ einzuordnen. Die Rinde sieht sehr schrundig aus, besteht aber nicht aus Kork. Beide Bäume vertragen Sonne, sind also die „Stadtbäume der Zukunft“. Die „Mongolische Linde“ wird alt und bis 10m hoch, hat birkenblattähnliche Blätter und wird ebenfalls als Zukunftsbaum für Stadtregionen gehandelt. Sie verlängert das Blütenangebot der Linden bis in den Juli.

Seit Jahrhunderten ist Deutschland Einwanderungsland für ausländische Pflanzen, entgegnet Jaesch denen, die auf heimische Arten bestehen. Sein Motto: „Für Artenvielfalt, gegen Pflanzenrassismus“. Die Ausländer kamen mit den Pflanzensammlern oder aufgrund von Klimaveränderungen. Die invasivste Pflanze ist nach Jaesch die Buche. Sie ist aus dem Balkan eingewandert und duldet kaum andere Pflanzen in ihrer Nähe. Sie konnte eine enorme Verbreitung finden, weil in der Vergangenheit die Schweine zur Mast in den Wald gejagt wurden, wo sie sich an Bucheckern, Eicheln oder Kastanien satt fressen sollten. Alle Bäume, die sich zu Brettern verarbeiten lassen, erhielten und erhalten die Duldung. Bäume, die den Insekten nützlich sind, leiden unter Missachtung. Das kann nicht so bleiben, wenn wir weltweit für den Erhalt der Honig- und Wildbienen sorgen wollen.

Eudonia

Eudonia

Der „Bienenbaum“ (Euodia hupehensis) ist bei den Imkern inzwischen bekannt. Er liefert Nektar und Pollen bis in den September hinein. Mit dem Bienenbaum verwandt ist die „Kleeulme“, wird aber nicht so hoch wie diese, macht sich in der Nähe eines Sitzplatzes gut. Sie verträgt Sonne ebenso wie Schatten und duftet. Ihre Samenstände sind so hübsch, dass sie floristisch verarbeitet werden können.

Falls mal ein richtiger Baum gewünscht wird, der 20 bis 25 m hoch werden kann, empfiehlt sich der „Schnurbaum“ (Sophora japonica). Er düngt sich praktisch selbst, denn er ist Stickstoffsammler. Mit künftiger Trockenheit wird er gut zurechtkommen. Die Blüten lassen die Verwandtschaft zur Robinie erkennen. Ein Spätsommerblüher ist „Des Teufels Krückstock“, auch „Angelikabaum“ genannt. Der „Götterbaum“ säumt bereits einige Straßen von Berlin. Bei der Honigprämierung in Hohenheim kam es schon zur Begutachtung von Götterbaumhonig.

Götterbaum im Park

Götterbaum im Park

Besonders lange blüht das „Pulverholz“, ein hoher Strauch oder kleiner Baum. Eigentlich ist es eine Heilpflanze, die gegen Verstopfung hilft, aber die Förster litten sein Dasein nicht. Als man noch Holzkohle in Kohlenmeilern herstellte, waren seine 10 bis 15cm dicken Äste sehr gefragt.

Der „Essigbaum“ stammt aus Nordamerika, passt von der Größe nicht in einen Reihenhausgarten. Er blüht schön, und im Herbst entwickeln die Blätter den „Indian summer“.

Edelkastanie

Edelkastanie

Wer die Pfalz in die eigene Welt holen und sich „Esskastanien“-Bäume (es sollten immer zwei sein) anschaffen will, muss die „Käschte“ sofort in feuchte Erde in einen Topf stecken, wenn sie just vom Baum gefallen sind. „Feucht zu feucht“ heißt die Devise. Sonst keimen die Kastanien nicht. Bei Walnüssen und Eicheln ist das genauso.

Im Gegensatz zur weißen „Robinie“ blüht die rosafarbene den ganzen Sommer lang.

Die „Silberlinde“ ist ein Duft- und Summ-Erlebnis. Dennoch ist sie in Verruf geraten, weil in manchen Sommern tote Hummeln unter ihr liegen. Es hieß, der Baum hätte sie vergiftet. Es stellte sich aber ein anderer Sachverhalt heraus: Die Hummel kann nicht so viel Betriebsstoff speichern wie die Biene. Sie ist mehrfach zur Silberlinde geflogen, hat Nektar getankt und ist in ihr Nest zurückgekehrt. Wenn die Silberlinde keinen Nektar mehr produzieren kann, kommt die Hummel hungrig an, findet nichts mehr und fällt entkräftet zu Boden.

Wenden wir uns nun den Sträuchern oder den Möglichkeiten für Hecken zu:

Deutzia

Deutzia

Hier ist zuerst die „Deutzia Mont Rose“ zu nennen, ein bezaubernder Busch mit Blüten wie rosa Krönchen mit hellerem Sternenstrahlerand. „Sternchenstrauch“ ist nicht umsonst der zweite Name der Deutzie. Die Verwandte „Deutzia Strawberry fields“ ist sogar noch einen Tick charmanter, sie duftet nach Erdbeere und besticht durch die liebenswürdigsten Rose`-Farbtöne.

Jaesch hat in Schlesien eine besondere „Berberitze“ (Bocksdorn = Lycium barbarum) entdeckt, die höchstens 1,5m hoch wird, im Juli blüht und deren Früchte sich sogar zu Marmelade verarbeiten lassen. Er stellte fest, dass diese auch „Goji-Beere“ genannte „anti-aging-plant“ krankheitsresistent ist. Ihre etwas strubbelige Wuchsform lässt sich im Spalier entlang der Hauswand zähmen.

Der „Liebesperlenstrauch“ blüht im Juli und erreicht höchstens 2m. Schon die Blüten sind violett, brechen mit Weiß und Rot auf. Früchte erscheinen in Hülle und Fülle und sitzen rotviolett glänzend dicht an dicht bis in den Winter hinein.

Zu einer frei stehenden Hecke passt die „Schneebeere“ gut. Die Bienen tummeln sich mit wahrer Begeisterung in den kleinen Blütchen. Die Fiederspiere stammt ursprünglich aus Sibirien. Es gibt sie auch mit rötlichen Blütenständen. Schon morgens um 7 Uhr bekommt die Tamariske, in Rose` blühend, Bienenbesuch.

Mahonia Cabaret

Mahonia Cabaret

Sogar 2mal im Jahr blüht die „Mahonia Cabaret“, das letzte Mal mit rötlichen Blüten im August. Die „Sieben Söhne des Himmels“ hören sich nicht nur chinesisch an. Sie zeichnen sich durch weiße Sternblüten aus.

Weiße Sternchen tragen auch die Blütenstände des „Mönchspfeffers“. Er mindert den Sexualtrieb des Mannes. Jaesch meinte, er hätte seinen Namen daher, weil er die Mönche davon abhielt, die Nonnen zu überfallen.

Die „Blauraute“ stammt aus dem afghanischen Bergland. In Öhringen hat sie von Verkehrsinseln Besitz ergriffen. Dort blüht sie von Juli bis September. Man könnte meinen, sie sei die Riesenverwandte einer Salbeipflanze. Stimmt aber nicht. Die „Bartblume“ (kleiner Strauch) blüht ebenfalls blau und ist ein Schmuck in jedem Garten. Sie darf nicht zurückgeschnitten werden.

Die „Kaspische Tamariske“ ist hitze- und trockenresistent. Ihre rosa blühenden Blütenwedel erhalten bereits morgens um 7 Uhr Insektenbesuch.

Die „Trompetenwinde“ ist eine Kletterpflanze mit attraktiven rötlichen Blüten, die einen langen Trichter wie ein Trompetenrohr haben. Die Bienen krabbeln vorwärts hinein, schaffen es, sich am Grund der Röhre umzudrehen und vorwärts wieder herauszukommen.

Die Purpurbeere gilt eher als Bodendecker. Am Boden bleiben alle Sedumarten (Dickblattgewächse oder Mauerpfeffer oder Fetthennen), die es in allen Farben gibt. Sie sind auch als Dachbegrünung gut geeignet und lassen sich durch Teilen leicht vermehren. Im Balkonkasten ziehen sie die Fläche zu und können für Jahre drin bleiben. Mit seinen gelben Sternchenblüten sorgt der niedrigste Sedum für die Erheiterung der Menschen- und Insektenseele. Intelligente Menschen, meint Jaesch, sind schon lange von Koniferen im Vorgarten abgekommen.

Karin Laute
Bilder von Karin Laute, Andreas Grathwohl, Bernhard Jaesch und Bettina Hachenberg (Hohenloher Zeitung)

Eröffnung des Imkerpavillons

Landesgartenschau Öhringen:

Eröffnung des Imkerpavillons mit Vernissage der Foto-Ausstellung „Bienen – die Bestäuber der Welt“

 

Wissenschaftlich fundiert, einfühlsam und stark zugleich sind die Worte des Claus-Peter Lieckfeld, – Co-Autor des Buches zum aufrüttelnden, preisgekrönten Dokumentarfilm „More than honey“ (2013) des Regisseurs Markus Imhoof.

Herr Claus-Peter Lieckfeld

Herr Claus-Peter Lieckfeld

Nun hat der Wissenschaftsjournalist Lieckfeld auch den Wortbeitrag zur Fotoausstellung „Bienen – die Bestäuber der Welt – Makrokosmos Honigbiene“ geliefert. Dem BV Hohenlohe – Öhringen ist es gelungen, die Ausstellung zur Landesgartenschau nach Öhringen zu holen. Und Claus-Peter Lieckfeld kam zur Vernissage gleich mit! Nach Hamburg, Lübeck, Karlsruhe und Kiew sind die Fotos nun in Öhringen! Die renommierten Tier-Fotografen Heidi und Hans-Jürgen Koch „lassen den Betrachter abtauchen in die fantastische Realwelt des Makrokosmos Honigbiene“ (Zitat Lieckfeld).

Am Samstag, 30. April war es so weit: Die Ausstellung wurde im Imkerpavillon eröffnet. Allen Beteiligten, die bis zum letzten Augenblick gewerkelt hatten, fiel eine Last vom Herzen, und alle konnten das warme Licht in der hölzernen Wabe genießen. Vor allem aber die detailgenauen Bilder: Das Portrait einer Arbeiterin, die gerade in einer Blüte sitzt und vom Goldstaub der Pollen überpudert ist; eine Pollensammlerin von hinten, die breitbeinig das Gewicht der dicken Pollenknödel an ihren Hinterbeinen austarieren muss; wie Sterne segeln die anfliegenden Bienen vor dem Flugloch; oder die Biene, die gerade zur Hälfte in der Zelle steckt und sich vom Putzen nicht abbringen lässt. Diese und viele andere Bilder sind zu sehen, unter denen der Bienenliebhaber bestimmt sein Lieblingsbild findet und der Laie wie der Fachmann aus dem Staunen nicht herauskommen.

Oberbürgermeister Michler sprach in seinem Grußwort die Nachhaltigkeit an und meinte damit, dass die Imker den Pavillon nach der Laga in ihrem Bienengarten als Vereinsheim nutzen werden.

1. Vorsitzender Andreas Grathwohl bestätigte das Vorhaben und stellte den besonderen Nutzen für die Jung-Imker heraus: Sie werden im Pavillon schleudern und Honig bearbeiten dürfen. Laga-Mitarbeiterin Annette Stoll-Zeitler würdigte die Imker als „tolle Truppe“. Ja, meinte Grathwohl, das sei wie bei den Honigbienen: eine Einzelbiene ist wertvoll im Gesamtorganismus des Bienenvolkes. So halfen viele Talente unter den Vereinsmitgliedern zusammen, immer mit dem gleichen Ziel, ein besonderes Projekt auf die Beine zu stellen, von dem alle etwas haben.

Was mir an den Bienen gefällt? fragte Lieckfeld und lieferte die Antwort beim Lesen aus seinen Büchern gleich mit: Es ist das, was Ferdinand Gerstung vor rund 120 Jahren veranlasste, Bienen als „Bien“ zu bezeichnen. Mit dem Begriff „Bien“ ist die Gemeinschaft von Einzelwesen gemeint, die miteinander alle Organe und Tätigkeitsfelder unter dem gleichen Ziel des perfekten Zusammenlebens und erfolgreichen Überlebens vereint. Lieckfeld fühlte dem Begriff auf eigene Weise nach, indem er sich vorstellte, dass ein Schöpfergott oder „die Evolution“ vor 120 Mill. Jahren beschloss, ein Wesen zu erschaffen mit ca. 120 000 Komplexaugen, 360 000 Beinen, 240 000 Flügeln. Dieses Wesen soll „nicht, wie üblich, Richtung Tod altern müssen, nein, es soll knospen können, und es wird – anders als andere Insekten – Kälte aktiv bekämpfen können, ohne deshalb ein kompliziertes, aufwendiges Blutkreislaufsystem a´la Säugetier betreiben zu müssen. Es soll Vorratshaltung beherrschen, weit besser als Eichhörnchen und manche Rabenvögel. Es soll folglich von ergiebigen Erntezeiten unabhängig sein. Exquisite Brutpflege sowieso. Es muss sich nach Farben, Formen, Erdstrahlung und Sonnenstand orientieren und zudem gut kommunizieren können. Lern- und Kombinationsfähigkeit sollten auch vorhanden sein. Aber der eigentliche Clou: Sämtliche Organe und Teileinheiten seines Körpers sind frei beweglich – so als sei das Wesen eine driftende Gaswolke -, und alle Teile sollen bei Ausfall sekundenschnell ersetzbar sein. Also: Keine komplizierte Wundheilung! Und keine feste Körpermassse, in die Feinde beißen oder schlagen könnten. Außerdem soll jede Teileinheit wehrhaft und angriffsfähig sein…“. Voila: Das ist der Superorganismus Honigbiene !“

Richtig stolz macht diese Beschreibung unserer Lieblingstiere, um sogleich einen Dämpfer zu erhalten: Was machen die Menschen mit dem Wunder der Schöpfung? Sie bringen Neonicotinoid – haltige Pflanzenschutzmittel aus und verwandeln „Kulturland in Feindesland. Bienenfleiß reicht nicht mehr. Felder werden zu killing fields“. Aber auch die Varroa destructor und die Tatsache, dass wir Imker den Genpool der Honigbiene künstlich / züchterisch verarmt haben, sind an den schlechten Zukunftsaussichten für die Honigbiene schuld. Bienen sterben weltweit.

Unsere Teller sähen trist aus, fuhr Lieckfeld fort, wenn die Bestäubung durch Honigbienen ausfallen würde: „Es würde das meiste von dem fehlen, was bunt, duftend, verführerisch ist: Äpfel, Kirschen, Birnen, Mandeln, Sojabohnen, Pfirsiche, Gurken, Beeren – insgesamt fast 100 Obst- und Gemüsesorten. Und die Lieblingsspeise der Industrienationen, Hamburger, wäre auf die schlappen Brötchenhälften reduziert: kein Salat, keine Gurke, kein Ketchup, keine Zwiebel … und Fleisch nur, sofern die Kühe auf bienenbestäubten Klee verzichtet haben. Angesichts dieser Aussichten wird das Wohl und Wehe von apis mellifera zur Existenzfrage, die nicht nur mit Artentod und allfälliger Umweltbedrohung zu tun hat.“ Jeder dritte Bissen unserer Nahrung ist direkt oder indirekt von der Bestäubung abhängig, und nur die Honigbienenvölker sind in der Lage, die Bestäubung vollumfänglich, zeitideal und flächendeckend zu leisten.

Beide erwähnten Bücher sind unbedingt empfehlenswert. Der größte Teil von dem, was Imhoof an Informationen zusammengetragen hatte, konnte er in seinem Film nicht unterbringen. Er wäre sonst zu lang geworden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Imhoof erfuhr Lieckfeld z. B. von der chinesischen Blütenbestäuberin, die 2 000 km weit in südchinesische Provinzen gereist ist, um von den dortigen Obstbäumen den Pollen zu sammeln, der hinwiederum 2 000 km weit im Norden von Bestäubungsarbeitern mit Hilfe von Q – Tips oder selbstgebastelten Pinselchen auf die Obstblüten aufgetupft wurde. Sieht so die Bestäubung der Zukunft aus?

Hier die im Text empfohlenen Bücher:

Markus Imhoof, Claus-Peter Lieckfeld: „More than honey – vom Leben und Überleben der Bienen“ orange press ISBN 978-3-936086-67-6

 

 

 

 

 

 

 

Fotografien von Heidi und Hans-Jürgen Koch, Texte von Claus-Peter Lieckfeld: „Makrokosmos Honigbiene“, Dölling und Galitz Verlag ISBN 978-3-86218-057-8

 

 

 

 

 

Karin Laute

Hohenloher Imker auf Kreta

Anfang April brachen die Hohenloher Imker zu einer 8-Tage-Tour zur griechischen Insel Kreta im östlichen Mittelmeer auf. Sie hatten kaum Zeit, die Traumstrände rund um die Insel zu genießen. Zu gespannt waren sie auf all die Attraktionen, die die bergige Insel zu bieten hat. Hier duften die Kräuter würziger, die Blumen leuchten intensiver im südlichen Licht, die Luft schmeichelt mit milden Temperaturen. In den Klöstern waren kostbare Ikonen zu bewundern, geschichtsträchtige Gebäude, handgewebte Seidenstoffe, einmalige Fresken. Schon vor 5 000 Jahren fühlten sich Menschen auf der Insel wohl und errichteten im Laufe der Jahrtausende Paläste, Burganlagen, erstaunliche Hochkulturen. Die faszinierendste archäologische Ausgrabung ist zweifellos in Knossos zu besichtigen.

Gruppe Knossos

Die Imker durften den Prozess der Ölgewinnung aus den allgegenwärtigen Olivenbäumen, ebenso die Bioweinerzeugung, Schmuck- oder Glockenherstellung erfahren und natürlich kretische Bienen aufsuchen. Durch einen fantastischen Park, der ein beeindruckendes Kaleidoskop aller kretischen Pflanzen bot, begleitet vom betörenden Duft der Orangen- und Zitrusblüten, ging es steil abwärts zu den in Reihen aufgestellten Bienenkästen im Tal, die wie eine silbrige Schlange in der Landschaft leuchteten. Natürlich musste auch der Sirtaki erprobt werden, ein Tanz, der die Seele schwingen lässt. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Maleme aber wurde das Herz sehr schwer: Über 4 000 begabte junge Menschen mussten im Mai 1941 hier für eine verbrecherische Politik sterben. Sie hatten das Leben noch vor sich und durften nichts davon haben.

Karin Laute

Ausstellung “Bienen – Bestäuber der Welt” im Imker-Pavillon eingetroffen

Die druckfrischen Bilder der Ausstellung “Bienen – Bestäuber der Welt” sind endlich eingetroffen!

Ein erster Blick in den Pavillon und seine Ausstellung… Den ersten Gästen gefällt’s und sie genießen den Kaffee! Die Landesgartenschau kann beginnen!

Imker schließen sich erstmals zusammen

Quelle: Landesgartenschau Öhringen 2016. Der Limes blüht auf in Hohenlohe – Imker schließen sich erstmals zusammen

Ein gemeinsames Ziel für 14 Vereine: Die Welt der Honigbienen zeigen.Der Pavillon in Form eine Bienenwabe hat eine Dachbegrünung erhalten.Auch innen wird es spannend: Die Imker präsentieren preisgekrönte Fotos.14 Vereine verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie wollen den Besuchern der Landesgartenschau Öhringen die faszinierende Welt der Bienen und deren Bedeutung für uns Menschen und die gesamte Natur näherbringen. In einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion übernehmen die elf Imkervereine des Wahlkreises Hohenlohe/ Schwäbischer Wald und drei weitere Nachbarvereine 171 Tage lang die Betreuung des Imkerpavillons. Weiterlesen

Bienenparadies – Jetzt Bienen retten! im SWR Fernsehen

Kurz vor Eröffnung der Landesgartenschau in Öhringen am Freitag. 22.04.2016, bringt der SWR in der Sendereihe Kaffee oder Tee alles rund um das Thema Bienen ganz prominent nach vorne. Und somit unsere Bienen ins Bewusstsein vieler Menschen, genau das was wir auch mit unserem Imkerpavillon auf der Landesgartenschau vorhaben.

Eine gute Aktion, hier der farbenfrohe Trailer:

Wie man an die Samentütchen kommt, hier sind die Infos.

 

Bienenparadies – Blühender Südwesten im SWR Fernsehen

In einer großen Mitmachaktion bringt Kaffee oder Tee den Südwesten zum Blühen. Mit einer speziellen Saatgutmischung können Sie im Garten oder auf dem Balkon dafür sorgen, dass es den heimischen Bienen im Sommer 2016 so richtig gut geht.

Quelle: Bienenparadies – Blühender Südwesten | Kaffee oder Tee