Fassade neu gestrichen

Bei bestem Spätherbstwetter und gerade noch rechtzeitig vor der Verschärfung der Corona-Bestimmungen konnten die Öhringer Imker ihrem Imkerpavillon einen neuen Anstrich verpassen. Herzlichen Dank an alle Mitglieder, die ihre Zeit zur Verfügung stellten und engagiert dazu beigetragen haben, dass unser Imkerpavillon wieder in neuem Glanz erstrahlt!

Absage Herbstversammlung am 05.11.2020

Liebe Imkerfreunde,

aufgrund der aktuellen Entwicklung muss die Herbstversammlung des Imkervereins Öhringen sowie der Vortrag von Albrecht Müller zum Thema “Vom Hobbyimker zum Hobbyverkäufer – der einfache Weg zur individuellen Vermarktung” am 05.11.2020 im Landhotel Küffner leider abgesagt werden!

Wir möchten aber dennoch an unserer jährlichen Honig-Spende an den Öhringer Tafelladen festhalten und bitten daher um die Abgabe eines Spendenbeitrags an Harald Schluchter, Flurstr. 1, 74629 Windischenbach oder an Andreas Grathwohl, Metzdorfer Str. 2, 74670 Wohlmuthausen. Herzlichen Dank im Namen der Vorstandschaft und des Tafelladens.

Bleibt gesund und passt auf euch auf, bis bald!

 

Honigbienengesundheit, Tierwohl und ein neu gewähltes Vorstandsgremium

Kann man in Zeiten der Corona-Krise noch öffentliche Veranstaltungen abhalten? Der frühe März-Termin der Frühjahrsversammlung des BV Hohenlohe-Öhringen ließ dies glücklicherweise noch zu, sodass der Vereinsvorsitzende Andreas Grathwohl die eigens aus Leverkusen angereiste Bienenwissenschaftlerin Dr. Claudia Garrido als Hauptreferentin des Abends begrüßen konnte.

Vor deutlich weniger Imkerinnen und Imker referierte sie im Landhotel Küffner in Pfedelbach über die Gesundheit unserer Honigbienen und den Beitrag, den wir als Imkerinnen und Imker dazu beisteuern können. Ob die Bienenvölker gesund seien und gesund bleiben, hänge ganz erheblich von der Betriebsweise, dem Standort und auch der sie umgebenden Landwirtschaft ab. Dabei sei es wichtig, die Faktoren, die wir als Imkerinnen und Imker direkt beeinflussen könnten, zu kennen und für gesündere und widerstandsfähigere Bienen positiv zu gestalten. Auch wenn der Superorganismus des Biens, also die Summe der einzelnen Bienenwesen als Bienenvolk, vieles ausgleichen könne, komme es ganz erheblich darauf an, sie vor Hunger, Stress oder anderen Qualen zu schützen. Ein Konzept, das aus tierethischer Sicht bereits aus der Tierwohl-Diskussion bekannt ist und auch für uns Imkerinnen und Imker von großer Bedeutung sein sollte.

Die anschließenden Regularien der Hauptversammlung brachten nach einem kurzen Bericht über die Entwicklung des Vereinslebens (mit einem aktuellen Mitgliederstand von 203 Imkerinnen und Imkern), dem Kassenbericht über die Finanzen von Kassier Hauke Flöter sowie der beanstandungsfreien Kassenprüfung von Hans-Peter Zeile und Peter Siegwardt eine einstimmige Entlastung durch die anwesenden 47 Imkerinnen und Imker. Andreas Grathwohl bedankte sich bei allen Beteiligten für das entgegengebrachte Vertrauen sowie die hervorragende Zusammenarbeit und das außergewöhnliche Engagement innerhalb des Vereins. Ein ganz besonderer Dank ging dabei an Ursel und Fritz Messer für deren unermüdliche Pflege der Außenanlagen des Imkerpavillons. “Was ihr beide während der Landesgartenschau und die Jahre danach geleistet habt, ist unglaublich!”  “Wenn man solche Vereinsmitglieder hat, fällt einem die Entscheidung, sich für eine weitere Wahlperiode als Vorsitzender aufstellen zu lassen, nicht schwer!” –  zumal das bewährte Team aus Vorstandschaft und Kassier sich ebenfalls wieder zur Wahl stellte.

Das neu gewählte Vorstandsgremium: Andreas Grathwohl, Klaus Jungwirth, Susanne Schweizer, Thomas Fries, Harald Schluchter, Christoph Soter, Hauke Flöter und Jane Haußler (v.l.n.r.) Es fehlt Eberhard Knorr.

Spannend wurde es dafür bei der Wahl der fünf Beisitzer, für die sich gleich acht Personen zur Wahl stellten! Der alte und neue Vorstand freut sich nun über ein deutlich verjüngtes und weiblicheres Gremium, in dem neben Andreas Grathwohl (1. Vorsitzender), Eberhard Knorr (2. Vorsitzender), Harald Schluchter (Schriftführer) und Hauke Flöter (Kassier) die fünf Beisitzer Thomas Fries, Jane Haußler, Klaus Jungwirth, Susanne Schweizer und Christoph Soter engagiert mit dabei sind.

Alter und neuer Vorstand nach der Wahl: Manfred Haußler (2.v.l.) und Bernd Böhringer (rechts außen) sowie Volker Schöning (nicht anwesend) werden verabschiedet.

Die Vorstandschaft und alle Vereinsmitglieder bedanken sich bei den nun ausgeschiedenen langjährigen Beisitzern Bernd Böhringer, Manfred Haußler und Volker Schöning für die sehr gute Zusammenarbeit und für ihren Einsatz für den Imkerverein, nicht zuletzt auch für ihr übergroßes Engagement während der Landesgartenschau 2016 in Öhringen.

Weniger erfreulich ist dagegen leider die notwendig gewordene Absage des Neuimkerkurses, der auf das kommende Jahr verschoben werden muss. Auch die Monatsversammlungen werden bis zur Aufhebung des Versammlungsverbots durch das Landratsamt nicht mehr stattfinden können.

 

Herzliche Einladung zur Frühjahrsversammlung

Unsere diesjährige Frühjahrsversammlung findet am Donnerstag, 12.03.2020, um 19:00 Uhr im Landhotel Küffner, Max-Eyth-Str. 8, Pfedelbach statt. Wir freuen uns auf ein abwechslungsreiches und informatives Programm und viele Gäste!

Themen:
1. Begrüßung und Totenehrung
2. Vortrag „Honigbienengesundheit und Tierwohl“, Dr. Claudia Garrido, bee-safe.eu
3. Berichte aus der Vorstandschaft (Mitgliederentwicklung/Jahresprogramm/Neuimkerkurs etc.)
4. Berichte Kassier und Kassenprüfer
5. Entlastung des Vorstands
6. Wahl des Vorstands, des Kassiers sowie der Beisitzer
7. Allgemeines und Fragen

Neujahrsgrüße und Jahresprogramm 2020

Die Sehnsucht nach Stille erfüllt jeden,
mag er noch so stark
vom Strome des tätigen Lebens mitgerissen,
mag er noch so laut
vom Lärm des Alltäglichen überflutet sein.
                                  Eduard Coudenhove
Liebe Imkerfreunde,

die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist geprägt von der Sehnsucht nach Stille und Erneuerung. Ähnlich unseren Bienen schalten wir in diesen Tagen gerne einen Gang zurück, kommen zur Ruhe und pausieren vom Alltagsstress, um uns mit dem anbrechenden Frühjahr wieder neu ins Leben zu stürzen. Und damit dies gut gelingt, haben wir im Vorstand für das neue Jahr 2020 ein tolles Programm aufgestellt, damit es im kommenden Jahr jede Menge neue interessante Vorträge und Begegnungen geben wird.

Zudem stehen im neuen Jahr spannende Veränderungen an: Auf Verbandsebene wird am 18.04. auf dem Württembergischen Imkertag in Göppingen ein Nachfolger für den langjährigen Präsidenten Kinkel gewählt und auch bei uns wird es in der Frühjahrsversammlung am 12.03. darum gehen, den Vorstand und die Beisitzer des Vereins für eine weitere Wahlperiode zu wählen. Wer also Lust hat, sich aktiv in die Belange des Vereins und das Wohl der Bienen einzubringen, sei herzlich aufgefordert zu kandidieren! Ganz besonders möchte ich unsere Imkerinnen motivieren, sich zur Wahl zu stellen, da wir mit dem Rückzug von Karin Laute zu einem reinen Männergremium geworden sind, was absolut nicht mehr zeitgemäß ist und auch unserem hohen Frauenanteil im Verein nicht entspricht! Als Beisitzer(in) kann man das Jahresprogramm, die inhaltliche Prägung des Vereinslebens mitgestalten, Ideen einbringen, sich für anstehende Arbeiten verantwortlich fühlen etc. In der Regel treffen wir uns ein Mal im Jahr, eventuell auch ein zweites Mal. Der Zeitaufwand ist also gut überschaubar.
Eine weitere interessante Wahlkreis-Veranstaltung wird die beim letzten Stammtisch bereits angekündigte Podiumsdiskussion “Landwirtschaft, Artenvielfalt und Bienengesundheit” am 21.02.2020, 19 Uhr, in der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen sein, zu der ich euch heute schon herzlich einladen möchte. Nachdem wir letztes Jahr Werner Mühlen zu einem Wahlkreis-Seminartag nach Crailsheim einladen konnten, werden zu dieser Veranstaltung Dr. Claudia Garrido, Expertin für Wissenschaftskommunikation, Landwirtschaft und Bienengesundheit, David Gerstmeier, Initiatior des Volksbegehrens proBiene, und Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbandes Schwäbisch Hall/Hohenlohe/Rems zu uns nach Öhringen kommen.  Auch wenn das Volksbegehren ausgesetzt ist, bleiben die Probleme und die Notwendigkeit, sachlich miteinander ins Gespräch zu kommen, bestehen, ohne sich gegenseitig anzufeinden und Gräben aufzuwerfen.
Eine dritte wichtige gemeinsame Veranstaltung wird unser Imkertag am 14.06.2020 in Wackershofen sein, den ihr euch bitte ebenfalls heute schon im Kalender vormerken solltet.
Ihr seht, der “Strom des tätigen Lebens” wird auch in 2020 nicht abreissen, sodass wir viele Gelegenheiten bekommen werden, uns wiederzusehen und auszutauschen.
Herzliche Grüße und ein gutes neues Jahr 2020
Andreas

Jahresausflug zum Apisticus-Tag nach Münster

Der BV Hohenlohe-Öhringen veranstaltet im kommenden Jahr vom 29.02.-01.03.2020 einen zweitägigen Ausflug zur großen Imkermesse in Münster. Eingeladen sind wie zu allen unseren Veranstaltungen natürlich auch alle Nicht-Mitglieder, die sich für die Imkerei und den Schutz unserer Honigbienen interessieren oder sich mit dem Gedanken tragen, selbst Imker oder Imkerin zu werden.

Programm:

  • Busfahrt nach Münster am Samstag, 29.02.2020, 5:30 Uhr ab Öhringen, Herrenwiese (gegenüber Kultura)
  • Besuch der Imker-Messe und der Via Mièle-Schlemmermeile im Congress Centrum Halle Münster
  • Besuch der Vorträge und Veranstaltungen im Rahmen des Apisticus-Tages am Samstag und Sonntag
  • Übernachtung mit Frühstück im Hotel Conti (4 Sterne) mit Kegelbahn und Sauna
  • Nachtwächterführung mit Westfälischer Wegzehrung und Lagerkorn, anschl. Einkehrschwung in ein traditionelles westfälisches Gasthaus
  • Rückkehr nach Öhringen am Sonntag, 01.03.2020, 23:00 Uhr

Kosten: 145.- € im Einzelzimmer, 125.- im Doppelzimmer (pro Person); Nichtmitglieder zahlen 160.- € (EZ) bzw. 140.- € (DZ). Im Preis enthalten ist die Fahrt, der Eintritt an beiden Tagen, die Übernachtung im Hotel sowie die Nachtwächterführung.

Anmeldung: Bitte meldet euch verbindlich bis zum 03.12.2019 per Mail andreas.grathwohl@gmx.de oder telefonisch unter 07947/941269 an.

Eine Bestätigung eurer Teilnahme bekommt ihr nach dem Ende der Anmeldefrist am 03.12.2019.

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Was tun bei Wespen und Hornissen?

Im Spätsommer sind Wespen oder Hornissen nicht immer gern gesehene Gäste. Wenn sie nerven, erhält häufig der Imker einen Anruf. Wer sich um die stechenden Bienen kümmert, kennt sich wohl auch mit den anderen Stachelträgern aus, lautet vermutlich die Meinung der Anrufer. Und dann wird der Wunsch geäußert, die Plagegeister loszuwerden. Doch der Bienenliebhaber fühlt sich in diesem Falle häufig überfordert. Auch die Aussage, dass die Hornissen oder Wespen im nächsten Jahr eh nicht mehr ins alte Nest zurückkehren, ist kein Trost. Deshalb lud sich der Bienenzuchtverein Hohenlohe-Öhringen Anfang Juli dieses Jahres einen Fachmann für Wespen und Hornissen ein, den Naturschutzbeauftragten Günter Reustlen aus Pfedelbach, um mehr einschlägige Informationen zu bekommen.

Imker Manfred Birkert im Gespräch mit Günter Reustlen

Als Kind konnte er eine Hornissenkönigin auf dem Rathaus gegen Entgelt abgeben. Diese Zeit ist vorbei. 1984 stand die Hornisse schon auf der Roten Liste und 1987 erfolgte die Aufnahme als „besonders geschützte Tierart“. Seit sich Reustlen für Wespen und Hornissen unter dem Dach des Umweltministeriums einsetzt, hat er sich zur Aufklärung in der Öffentlichkeit verpflichtet. Er hält Vorträge über die Nützlichkeit der Tiere, über ihre Lebensweise, die rechtlichen Rahmenbedingungen etc. und versucht die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier im Sinne des Arten- und Tierschutzes zu stiften, wo immer es möglich ist. Die Umsiedlung eines Hornissenvolkes ist also nicht vornehmlich seine Aufgabe. Sie ist erst ein Thema, wenn es zu gefährlich wird. Wespen siedelt er gar nicht um, da deren Schutzbedürftigkeit weniger ausgeprägt ist und ihn dies nicht zuletzt auch zeitlich überfordern würde.

Aber auch Wespen gehören zu einer geschützten Tierart. Es ist verboten, ihnen mutwillig zu schaden. Unter ihnen sind die Deutsche Wespe (vespula germanica) und die Gemeine Wespe (vespula vulgaris) am bekanntesten. Beide mögen gern Fleischiges, Wurstiges und vor allem Süßes. Letzteres ist der Grund, warum Pia Aumeier (einst in Hohenheim bei Dr. Liebig) die vulgaris in „Gemeine Pflaumenkuchenwespe“ umtaufte. Sie trägt das Bild eines Hammers auf der Nase, weshalb sie mitunter auch „Hammerwespe“ genannt wird. Ihr Nest ist ockerfarben und kann die Größe eines Medizinballes erreichen. Es befindet sich mit bis zu 5 000 Tieren bevorzugt in dunklen Höhlen.

Die vespula germanica hat statt des Hammers 3 Punkte auf der Nase. Sie kann ein graues Nest mit muschelartigen Taschen und noch 2 000 Individuen mehr beherbergen. Auch sie sucht eine dunkle Höhle.

Der natürliche Lebensraum der Hornisse (vespa crabro) ist nicht die menschliche Behausung. Sie lebt gern im lichten Wald, wo es noch dicke alte Bäume mit einer Höhlung gibt. Selbst in einem toten Baum dieser Art ist Leben: vielen Tierarten bietet er eine Wohnung. Ist das Einflugloch zu groß, ist das für Hornissen kein Problem. Sie knabbern etwas Zellulose vom Holz ab, vermischen es mit Speichel und kleben den Brei da an, wo er gebraucht wird. Wer unter Schnaken, Mücken oder anderen Plagegeistern leidet, könnte Hornissen die Nachbarschaft anbieten. Die fressen die Plagegeister einfach auf.

Die Hornissenkönigin bei der Arbeit: Auch das größte Nest fängt ganz klein an zu wachsen!

Ein Hornissenvolk verfüttert täglich ca. 500g Insekten an seine Brut, darunter viele Forstschädlinge. Um eine vergleichbare Schadinsektenvernichtung zu finden, brauchen wir fünf Meisen-Familien. Ja, sie schnappen sich auch hin und wieder eine Biene oder Wespe im Flug, das richtet aber keinen Schaden in den Völkern an.

Die einzeln überwinterte Königin geht ab Mai auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Will sie partout im Rolladenkasten ihr Nest bauen, den Rolladen ein paarmal rauf und runter laufen lassen, dann sucht sie einen anderen Platz. Verpasst man diesen Augenblick und sie hat bereits einen Zapfen und einen kleinen Schirm errichtet, kann man dieses Bauwerk immer noch entfernen. Bleibt sie ungestört, setzt sie unter das erste Schirmchen einige Brutzellen und belegt sie mit Eiern. In diesem System geht es weiter: sie baut einen zweiten Zapfen und daran ein größeres Schirmchen mit Brutzellen. Nach vier Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die ihr nun die Brutpflege abnehmen. Ab diesem Zeitpunkt braucht sie ihre Energie für die Eier-Produktion.

Ab September schlüpfen nur noch Geschlechtstiere: Männchen und junge Königinnen, die wiederum einzeln überwintern und im nächsten Jahr neue Völker aufbauen. Die Königin kann das Geschlecht bestimmen, indem sie kontrolliert Spermium zu den Eiern gibt. Aus den unbefruchteten Eiern schlüpfen Drohnen (männliche Tiere).

Sind Hornissen angriffslustig? Diese spannende Frage lässt sich eindeutig mit NEIN beantworten, wenn man als Mensch Störungen im unmittelbaren Nestbereich (4m Abstand) vermeidet. Was ist mit Störungen gemeint?

  • Schnelle, heftige Bewegungen
  • Längeres Verstellen der Flugbahn
  • Erschütterungen des Wabenbaus
  • Direktes Anhauchen
  • Manipulationen am Nest oder am Einflugloch

Und wie gefährlich ist ein Hornissenstich für den Menschen? Töten sieben Stiche bereits ein Pferd? Nein, man müsste zwischen 154 und 180 Hornissenstiche pro Kilo Körpergewicht bekommen, dann hätte man eine 50%ige Chance, daran zu sterben. Den gleichen Fall auf Honigbienen angewandt, würde 40 Stiche je kg Körpergewicht bedeuten. Dafür sind Hornissenstiche wesentlich schmerzhafter, und Hornissen können öfter stechen, den Stachel wieder herausziehen. Der Stachel ist länger (ca. 3,5 mm, bei Bienen 2,5 mm, bei Wespen 2,6 mm) und das im Gift enthaltene Kinin ist eine zusätzliche, stark Schmerz erregende Substanz.

Günter Reustlen hat für die Umsiedlung einen besonderen Kasten gebaut.

Eine gute Lösung für die geschützten Hornissen: die Umsiedlung des gesamten Nestes

Er kommt aber erst zum Einsatz, wenn das enge Zusammenleben von Menschen und Hornissen nicht mehr zumutbar und die Untere Naturschutzbehörde (UNB im LRA) den Umzug genehmigt hat. Die Tiere werden abgesaugt und die einzelnen Segmente des Brutnestes werden getrennt und am neuen Standort wieder zusammengesetzt (Heißklebepistole). Nun dürfen die Hornissen und die Königin, die Reustlen separiert hatte, in ihr neues Zuhause einziehen. Selbst wenn nur das Flugloch verlegt werden soll, braucht es die Genehmigung der UNB. Zuständig für Manipulationen innerorts ist die UNB und außerorts ist das Regierungspräsidium zuständig.

Weitere Infos und Hilfe bei Wespennestern: Andreas Grathwohl, 07947/941269

„Save the Bees!“

Bienen-AG an der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen

Tipp: Die Bienen-AG im SWR-Radio

Was veranlasst über 40 Schülerinnen und Schüler, nachmittags an der Informationsveranstaltung „Faszination Honigbiene“ teilzunehmen und sich um einen Platz in der Bienen-AG ihrer Schule zu bewerben? Es ist die gemeinsame Sorge um das Wohl der Bienen und das Bedürfnis, sich aktiv für eine bessere Umwelt einzusetzen.

Den Anstoß zu dieser Initiative gaben die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 2 zusammen mit ihrer Lehrerin Kerstin Mai.

Kerstin Mai mit den Initiatorinnen der Bienen-AG

Sie wollten der dramatischen Entwicklung der Verschlechterung der Lebensbedingungen unserer Insekten in einer industrialisierten Landwirtschaft nicht länger tatenlos zusehen. Zusammen mit den Imkern Frank Achterberg und Andreas Grathwohl besprachen sie die Gründung einer Bienen-AG, um auf diese Weise möglichst viele Schülerinnen und Schüler auf diese Thematik aufmerksam zu machen.

Schnell waren Plakate gestaltet und Flyer gedruckt, Sponsoren gesucht und Spendengelder gesammelt, Förderanträge gestellt und die Genehmigung des Schulleiters eingeholt – und dann ging’s los. Die Standfrage wurde geklärt und die zwischenzeitlich angelieferten Beuten kreativ gestaltet. Das Einlöten der Mittelwände und die erste Begegnung mit dem Duft echten Bienenwachses war bereits ein kleiner Höhepunkt und steigerte die Vorfreude auf den Tag, an dem endlich die Bienen kamen. Je nach Vorbesitzer saßen diese aber auf Deutsch Normal- bzw. auf Zandermaß-Rähmchen, sodass die nächste Herausforderung darin bestand, mit Akkuschrauber und Holzleisten die eigenen Zanderbeuten entsprechend anzupassen. Umso größer die Freude, als beim erfolgreichen Umlogieren die Königinnen entdeckt wurden und die verschiedenen Stadien der Entwicklung der Arbeiterinnen „live“ erlebt werden konnten. Auch der erste Drohn ließ bei der nächsten Durchsicht (in den Osterferien!) nicht lange auf sich warten: Behäbig krabbelte er über die Hände der mutigsten Schülerinnen, die sich inzwischen größtenteils sogar ohne Schleier an die Beuten heranwagten.

Inzwischen sind die zentral vor dem Schulgebäude aufgestellten Bienen schon ein fester Bestandteil des Schullebens. So wurden bereits Flächen für Blühstreifen angelegt und Pläne für öffentlichkeitswirksame Aktionen und die Vermarktung des Honigs geschmiedet. Ein Projekt mit großem Nachahmungspotenzial!

Frühjahrsversammlung des BV Hohenlohe-Öhringen

Eine Herzensangelegenheit: 1 Unternehmenskooperation, 3 Bienen-AGs, 37 Neuimker, 200 Mitglieder und 540 Jubiläumsjahre

Die Frühjahrsversammlung des Bienenzuchtvereins Hohenlohe-Öhringen hatte es in sich: Der 1. Vorsitzende Andreas Grathwohl präsentierte zusammen mit seinem Kassier Hauke Flöter einen Imkerverein mit besonderer Strahlkraft. Über 90 Gäste informierten sich über die positive Entwicklung des Vereins im vergangenen Jahr: der weitere Ausbau des Imkerpavillons mit der Fertigstellung des Schleuderraums, der moderne Internetauftritt mit einem Online-Belegungsplan sowie das attraktive Jahresprogramm mit zahlreichen Vorträgen und Workshops zeigen überregional Wirkung. Dank der erfolgreichen Nachwuchsarbeit gewinnt der Verein immer mehr Mitglieder, wird jünger und weiblicher, und engagiert sich über seine Mitglieder in drei Bienen-AGs in den Schulen der Region. Wenig überraschend war denn auch die einstimmige Entlastung des Vorstands und des Kassiers ob der geleisteten Arbeit und der kerngesunden finanziellen Situation.

Gruppenbild mit Dame: Engagierte und für langjährige Mitarbeit geehrte Mitglieder des Vereins

Einen besonderen Höhepunkt bildete gleich zu Beginn die Begrüßung des 200. Mitglieds Franziska Seibt. Sie betreut die Bienen-AG der Gemeinschafts-schule Neuenstein und freut sich über die vielfältigen Möglichkeiten, die der Imkerpavillon der  engagierten Lehrerin bietet.

Dass Imkern ein faszinierendes und zugleich ökologisch wertvolles Hobby ist, können nun 37 zertifizierte Neuimkerinnen und –imker bestätigen. Sie haben in eineinhalb Jahren ihre Ausbildung bei Christoph Soter, Karlheinz Proß, Eberhard Knorr und Thomas Fries erfolgreich ab-geschlossen. Eine besondere Überraschung bereitete an diesem Abend der Geschäftsführer des toom-Baumarkts Öhringen Christian Kastner. Er überreichte den erfolgreichen Jungimkern und ihren Ausbildern jeweils einen 50 € – Einkaufs-gutschein und unterstützte damit neben dem Ausbau des Imkerpavillons ein weiteres Mal das gemeinnützige Engagement des Vereins. Für ihn, der selbst seit 10 Jahren Imker ist, sei es eine Herzensangelegenheit, „da wo man lebt und arbeitet auch Unterstützung zu leisten“. Der offene und lebendige Eindruck des Vereins habe ihn und seine Lebenspartnerin von Anfang an fasziniert. Um die Theorie des Imkerns begreifbar zu machen, sei neben einer guten Ausbildung auch der regelmäßige Austausch wichtig. Nur so könne Nachhaltigkeit erreicht werden – ein Ziel, wofür er sich auch in seinem Berufsleben, in der Geschäfts-führung des toom Baumarkts Öhringen, einsetzt.

Die Dienstagsgruppe von Christoph Soter und Karlheinz Proß

Die Donnerstagsgruppe von Eberhard Knorr und Thomas Fries

Und dass man gerne und lange in der Gemeinschaft von Imkern ist, bewiesen die vielen für ihre langjährige Vereinsmitgliedschaft geehrten älteren Imker. Elf davon wurden an diesem Abend für ihre insgesamt 540jährige Verbunden-heit mit dem Landesverband Württembergischer Imker und der damit verbundenen Mitgliedschaft im Deutschen Imkerbund geehrt. Die Ehrungen reichten von 25 Jahren bis hin zu 70jähriger Mitglied-schaft!

Ausgezeichnet für 60jährige Mitgliedschaft und besondere Verdienste um die Imkerei: Gerhard Krumenaker

Zu guter Letzt konnte noch Torsten Eberhardt vom BV Heilbronn einen Blick in die nahe Zukunft werfen: Er warb für das besondere Engagement seines Imkervereins im Rahmen der Bundesgarten-schau in Heilbronn und bat um zahlreiche Unterstützung bei der Standbetreuung wie seinerzeit bei der Landesgartenschau 2016 in Öhringen. „Bienen hören und verstehen – Einblicke in die akustische Welt der Bienen!“ lautet der imkerliche BUGA-Beitrag. Eine spannende Reise in eine so noch nie gehörte Welt und zugleich eine gute Gelegenheit, sich über die Vereinsgrenzen hinweg zu engagieren.

Vortragsveranstaltung der Imker*innen des Wahlkreises 1: Hohenlohe/Schwäbischer Wald

Vortrag Dr. Werner Mühlen:

Blühende Lebensräume für Honigbienen und Co: Wenn Bienen sich was wünschen könnten

Der Vortrag beleuchtet den biologischen Hintergrund der Nahrungsversorgung von Blüten besuchenden Insekten. Er zeigt Rahmenbedingungen für eine naturgemäße Garten- und Landschaftspflege auf.

Kurzvortrag und Firmenpräsentation der Firma Rieger-Hofmann, Blaufelden

„Saatgut wie Bienen es sich wünschen“

Die Verwendung von gebietsheimischen Wildblumen, -gräsern und -leguminosen für naturnahe Begrünungen ist der Rieger-Hofmann GmbH ein besonderes Anliegen. Die hohe innerartliche Vielfalt nicht züchterisch bearbeiteter Wildarten sichert die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen für Veränderungen in unserer Umwelt. Unterschiedlichste standortangepasste Mischungen mit möglichst hoher Anzahl an unterschiedlichen Wildarten enthalten, liefern auch spezialisierten Insekten die für sie wichtigen Pollen.
Mit den vorgestellten Mischungen lassen sich deshalb blühende Lebensräume für Honigbienen & Co schaffen, wo diese bisher nicht vorhanden waren oder verloren gegangen sind.

Die Imkervereine des Wahlkreises Hohenlohe/Schwäbischer Wald freuen sich auf spannende und höchst unterhaltsame Vorträge, die eine breite Öffentlichkeit und – vor dem Hintergrund des Insektensterbens – ein höchst aktuelles Thema ansprechen werden.

Ort und Zeit:
Sonntag, 18.11.2018, um 14:00 Uhr in der ESV-Gaststätte, Horaffenstr. 40, 74564 Crailsheim-Altenmünster

 

Wissenswertes zu den Vortragenden:

Dr. Werner Mühlen

Dr. Werner Mühlen leitete 26 Jahre lang das Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. In diese Zeit fällt die Gründung des Fördervereins Apis e.V., die Etablierung des Apisticus-Tages (1992), der Aufbau des Internet-Lernmoduls www.die-honigmacher.de und vieles mehr.
Von Hause aus ist Dr. Mühlen Diplombiologie und Ethologe und vertrat über 10 Jahre an der Universität Münster u.a. als wissenschaftlicher Mitarbeiter das Thema Honigbiene. Seit 1973 führt er eine kleine Freizeitimkerei mit derzeit 7 Bienenvölkern. Dr. Werner Mühlen ist 65 Jahre alt und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.

Fa. Rieger-Hofmann, Blaufelden

Bereits seit 1983 beschäftigt sich die Familie Rieger mit der Vermehrung von Wildpflanzen. Zusammen mit Familie Hofmann wurde 1994 die Rieger-Hofmann GmbH als Vertriebsgesellschaft für die gebietseigen vermehrte Wildarten gegründet. Von 2002 bis 2018 stieg bundesweit die Zahl der Auftragsvermehrer auf ca. 60 an, die zusammen 400 Hektar Vermehrungsflächen bzw. 1500 Schläge bewirtschaften.
Im Lager in Raboldshausen finden sich etwa 400 verschiedene Wildblumen und Wildgräserarten, aus den verschiedenen Regionen Deutschlands , die von Blaufelden aus – meist als Wiesen- und Saummischungen – wieder für naturnahe Begrünungen in ganz Deutschland zum Einsatz kommen.

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